Wie pimpe ich mein Auto vor dem Verkauf?

Vom Gebrauchtwagen zum schicken Schlitten

Gebrauchtwagen aufpolieren ()

 

"Raus mit dem Alten, her mit dem Neuen". Diesem Leitspruch gehen viele auch im Hinblick auf ihren Gebrauchtwagen nach. Wer also sein Auto verkaufen möchte, sollte sich Mühe beim Herausputzen geben. Otto Riedl, Karosserie- und Lackexperte aus Landau, gibt Tipps, wie einfache Handgriffe noch bares Geld aus ihrem Gebrauchten
holen.

1. Reinigung
Zunächst heißt es "Ab in die Wäsche" - die Rede ist natürlich von der Autowäsche. Otto Riedl erklärt die Vorgehensweise: Schaumreiniger auftragen, einwirken lassen, mit dem Hochdruckreiniger sorgfältig abspülen, danach den Lack mit einem Lederlappen oder Mikrofasertuch abreiben. Wichtig sei dabei, das Restwasser vollständig zu entfernen, um die Politur nicht zu beschädigen. Wer nicht selbst Hand anlegen will oder aus Mangel an Utensilien nicht kann, kann seinen Gebrauchtwagen auch in die Waschstraße fahren. Bei der Autowäsche - ob händisch oder automatisch - gilt es, den Motor nicht zu vergessen. Der Experte rät, nach der Wäsche eine bis zwei Schichten Motorklarlack aufzutragen. "Dadurch entsteht eine leicht veredelte Optik des Motorraumes und die Oberflächen werden vor Verunreinigungen geschützt", erklärt der Profi näher. Der Klarlack ist in Sprühdosen erhältlich.

2. Lackschäden
Roststellen mindern häufig den Wert eines gebrauchten Fahrzeuges. Wer kleinere Roststellen entdeckt, muss möglichst schnell handeln, um Schlimmeres zu verhindern. Werden kleine Reparaturen wie Abschleifen, Spachteln und Lackieren nicht umgehend vorgenommen, kann es sein, dass ganze Blechteile ausgetauscht werden müssen. Dadurch erhöhen sich Aufwand und Kosten erheblich. Otto Riedl empfiehlt, noch vor dem Verkauf leichte Lackschäden auszubessern. Kratzer und Beulen lassen sich mit geringem Aufwand entfernen und sparen beispielsweise bei der Rückgabe von Leasingautos 300 bis 1.000 Euro, da die Händler sonst oft den kompletten Austausch des beschädigten Teils in Rechnung stellen. Aber Vorsicht: Reparaturen an der Karosserie sollte immer ein Experte durchführen.

3. Politur
Der nächste Schritt, die Lackpolitur, verhilft gebrauchten Autos zu neuem Glanz. Um Abriebspuren an Kunststoff- und Gummiteilen zu verhindern, sollten alle lackfremden Teile abgeklebt sein. Beim Auftragen muss der Lack laut Otto Riedl trocken sein. Die Politur könne sonst zu flüssig werden und verlaufen. Zudem muss die Politur gleichmäßig verteilt werden. Profis nutzen dazu eine Antihologramm-Poliermaschine, da diese in zwei Richtungen arbeitet und so Schlieren, genannt Hologramme, verhindert. Eine regelmäßige Lackpflege kann sich - je nach Gebrauchtwagen - um 500 bis 1.000 Euro positiv auf den Verkaufswert auswirken.

4. Felgen
Auch gepflegte Felgen erhöhen die Chancen auf einen guten Verkaufspreis. Dafür die Felgen mit Reiniger besprühen, circa vier Minuten einwirken lassen, Bremsstaub mit einer Bürste entfernen und anschließend die Felgen mit Hochdruckreiniger abspritzen. Bei leichten Bordsteinschäden empfi ehlt der Experte, die Felge teilweise zu lackieren. Dabei ist es jedoch ratsam, zuvor den Preis einer neuen Felge mit den Aufbereitungskosten der alten aufzuwiegen. Sind die Schäden an den Felgen größer, rät Riedl zu einem Neukauf, um das Risiko von Umwuchtigkeit, also einem unregelmäßigen Lauf des Reifens, auszuschließen.

5. Motorraum
Ein Kundenservice oder eine allgemeine Durchsicht des Fahrzeuges gewährleistet die Sicherheit des neuen Besitzers. Außerdem: Sind TÜV- und ASU-Prüfung noch gültig, steigt der Wert des Autos zusätzlich.

6. Innenraum & Armaturen
Die Armaturen befreien Autobesitzer mit einem einfachen Lappen und etwas Cockpitpflege von Staub und Ablagerungen. Auch Heizung, Radio, Lüftung und weitere Funktionen sollten funktionieren. Die Sitzbezüge des Wagens können direkt an den Abriebstellen geflickt werden. Das spart einen Neubezug der Garnitur und steigert dennoch den Wert des Gebrauchten. Der Innenraum ist mit dem Staubsauger in allen Ecken einfach zu säubern. Gründlicher sei allerdings eine professionelle Reinigung, betont Riedl. Das sei aber zum erfolgreichen Verkauf nicht notwendig.

7. Scheiben
Am Ende sind die Scheiben dran: mit normalem Glasreiniger innen sowie außen putzen und mit Zeitungspapier trockenreiben. So gibt es keine Schlieren. Bei der Frontscheibe ist Gründlichkeit wichtig, da sich auf deren Innenseite häufig Ablagerungen aus der Lüftung ansammeln. Steinschläge können - solange sie außerhalb des Sichtfeldes liegen - repariert werden. Sind die Schäden allerdings im Sichtfeld, muss die Windschutzscheibe ausgewechselt werden. "Sonst ist die nötige Stabilität und somit die Sicherheit der Insassen nicht mehr gewährleistet", warnt Experte Otto Riedl.

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Datum: 10. Mai 2016 10:42
Autor: Janine Renard
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