Wenn Babys wachsen, brauchen sie die richtige Ernährung

Auch Babys können zu Genießern werden. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Auch Babys können zu Genießern werden. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Das "Babyreich" erfuhr vom Hebammen-Team des Straubinger Klinikums Sankt Elisabeth wichtige Tipps und Hinweise zum Thema "Ernährung im Babyalter".

Was ist in den ersten Lebenstagen wichtig?
Die erste Zeit sollte sogenannte "Babyflitterwochen" sein. Viel Ruhe und Zeit damit die Familie sich aneinander gewöhnen und sich die neuen aufregenden Veränderungen einspielen können.

Welche Vorteile hat das Stillen, welche die Fläschchenkost?
Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Sie ist optimal in der Zusammensetzung, immer verfügbar, keimfrei und richtig temperiert. Obendrein ist sie auch noch hübsch verpackt ;-). Gestillte Kinder sind über den Nestschutz hinaus gut gegen Krankheiten geschützt und entwickeln weniger Allergien. In der Muttermilch sind viele Antikörper die das Kind schützen. Gestillte Kinder neigen weniger zu Bauchkolliken, weil die Darmflora durch die Muttermilch optimal aufgebaut wird. Außerdem haben sie auch ein 30% geringeres Risiko an Übergewicht zuerkranken. Es gibt keinen wissenschaftlich bewiesenen Vorteil der Formula-Ernährung. Lediglich bei sehr seltenen Erkrankungen ist diese der Muttermilch vorzuziehen.

Welche Speisen und Getränke sollte eine stillende Mutter meiden?
Stillende Mütter sollten sich ausgewogen und vollwertig ernähren. Es gibt kaum Einschränkungen: lediglich sollte etwas Vorsicht bei Pfefferminze und Salbei sein, denn diese könnten, in größeren Mengen genossen, die Milchproduktion etwas bremsen Es ist eher selten, dass Blähungen beim Baby durch die Ernährung der Mutter entstehen! Diese haben meist andere Ursachen.

Welche Getränke empfehlen Sie in der heißen oder in der kalten Jahreszeit zusätzlich für Säuglinge?
In den ersten 6 Monaten, oder bis zur Einführung der Beikost braucht der Säugling keine zusätzliche Flüssigkeit neben Muttermilch oder Formula. Dann sind Wasser und ungesüßte Tees die besten Durstlöscher.

Wie erkennen Mütter, dass es Zeit für die erste Beikost ist und was empfehlen Sie für Babys erste Mahlzeit?
Es gibt 4 deutliche Anzeichen:
1.Der Zungenreflex, welchen Babys in den ersten Monaten haben, ist weg.
2.Das Baby kann mit leichter Unterstützung aufrecht sitzen.
3.Das Baby kann gezielt Nahrung selbständig in den Mund stecken und beginnt zu kauen. Jedoch stecken Babys bereits viel eher ALLES in den Mund um es zu erkunden. Entscheidend sind das Kauen und Schlucken!
4.Das Baby kann vom Löffel essen.
Der Einstieg in die Beikosteinführung ist der reine Gemüsebrei, der nach und nach durch die Zugabe von Kartoffeln und Fleisch, bzw. einmal in der Woche Fisch, den als Mittagsmahlzeit eingesetzten Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ergibt.

Wie zeigen sich Lebensmittelunverträglichkeiten bei Säuglingen?
Selten kann es mal zu Hautauschlägen, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen kommen.

Empfehlen Sie Gläschenkost oder selbst zubereitete Breie? Warum?
Diese Frage können/wollen wir nicht beantworten, ist die Entscheidung der Mutter - gibt kein richtig oder falsch.

Ab wann sollte das Baby mit am Tisch sitzen und vom Erwachsenenessen naschen?
Das Baby sollte sobald es interessiert ist, am Familientisch dabei sein und sobald es deutlich die Anzeichen (siehe oben) zeigt gemeinsam mit der Familie das Essen entdecken. "Vom Tisch mitessen", also das Essen der Erwachsenen bekommen, sollte der Säugling ab circa neun bis zehn Lebensmonaten. Hier ist selbstverständlich darauf zu achten, dass Salz, Gewürze und ähnliches sehr sparsam oder gar nicht verwendet wird und das Kind nur geeignete Lebensmittel und Speisen erhält.

Dürfen Süßigkeiten im ersten Jahr schon sein?
Nein! Das Baby braucht keine Süßigkeiten sondern soll die verschiedenen Lebensmittel kennenlernen ohne auf zu süße Nahrung gewöhnt zu werden.

Was empfehlen Sie Eltern, deren Kleinkinder viele Speisen ablehnen und am liebsten nur Pommes und Pizza essen würden?
Sie sollten mit gutem Vorbild voran gehen und selbst diese Speisen minimieren. Wenn das Kind am Familientisch gemeinsam mit der Familie gesunde Nahrung angeboten bekommt wird es diese auch leichter akzeptieren. Evtl. das Kind in die Zubereitung mit einbeziehen - selbst gekocht, geschnippelt usw. schmeckt es viel besser.

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Datum: 27. Juli 2015 13:59
Autor: idowa, Doris Emmer
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