Mitterkogl/Neukirchen

Herzblut ist der beste Dünger

Katrin Schumann stellt sie ihre besten Pflanzen vor

Katrin Schumanns Pflanzenreich (21 Einträge)

 

"Die Natur bietet Schätze, die man nicht in Geld bemessen kann. Ein Garten bringt Reichtum für die Seele", so fasst Katrin Schumann aus Mitterkogl im Landkreis Straubing-Bogen ihr Motto zusammen. Die Gartenbauingenieurin macht seit ihrem Umzug nach Niederbayern vor zehn Jahren dort ihre Leidenschaft für Pflanzen zur Lebensaufgabe. Sie hat bereits zahlreiche Bildbände und Gartenratgeber geschrieben und verrät vom Pflegetipp bis zum Kochrezept ihre Geheimnisse. Dem Zuhause-Magazin stellt sie Zierpflanzen-Schätze aus dem heimischen Garten sowie ihre liebsten Obst- und Gemüse-Sorten vor.

"Als wir uns das alte Bauernhaus in Mitterkogl vor zehn Jahren angeschaut haben, sind mir auf dem Weg den Berg hinauf sofort die vielen Lichtnelken neben der Straße aufgefallen. Das war schon ein erstes Zeichen, dass das Haus unseres wird", erinnert sich Katrin Schumann an die erste Besichtigung. Ursprünglich stammt die Pflanzenexpertin aus dem Westerwald und hat später mit ihrer Familie lange bei Freising gelebt. Heute hat sie im Anwesen mit rund 7 500 Quadratmetern Grund ein Heim nach ihrem Geschmack gefunden.

Zierpflanzen als Schmuck

"Früher in Freising hatte ich einen wunderschönen Rosenbogen", schwelgt Katrin Schumann in Erinnerungen. Heute hat sie im rauen Klima des Bayerischen Waldes alte veredelte Sorten, die auch den Winter gut überstehen. Sie achtet hier darauf, dass die Veredelungsstellen mindestens fünf Zentimeter unter der Erde sind, so dass sie vom Frost geschützt bleiben. Neben edlen Rosen liebt Katrin Schumann als Zierde aber auch das Waldgeisblatt, das es in Baumschulen mit gelben und roten Blüten zu kaufen gibt. Der Gärtnerin gefällt an der Pflanze besonders, dass sie ausgesprochen robust ist.
Zu einem schönen Garten gehören aber auch Wildblumen, betont Katrin Schumann. Sie freut sich über Margeriten, Frauenmantel und Fetthenne auf ihrem Anwesen. "Frauenmantel und Margeriten muss man ja eher eindämmen in ihrem Wuchs. Fetthenne lasse ich immer ganz lange stehen. Für meine Bücher gibt das besonders schöne Bilder, wenn sie mit Reif und Schnee bedeckt sind."

Frisches Obst genießen

Doch nicht nur auf die Optik ihres Gartens legt Schumann Wert. Auch fruchtige Schätze baut sie dort an. Sie liebt Kulturerdbeeren, besonders die Sorte "Mieze Schindler". Die Setzlinge gibt es in Gärtnereien und Baumärkten. Sie tragen sehr süße und aromatischen Früchten. "Mieze Schindler ist eine rein weibliche Sorte, die eine Befruchtersorte braucht, ideal ist die Sorte Senga Sengana", rät Katrin Schumann.
Die Erdbeeren sind auch die einzigen Früchte, die ihre Familie als Marmelade mag. Ganz klassisch mit Rabarber eingekocht. Neben den Erdbeeren, die keine Beeren sondern botanisch gesehen Sammelnussfrüchte sind, hat Katrin Schumann auch richtige Beeren.

Zum Beispiel rote und schwarze Johannisbeeren, wilde Brombeeren und die eher unbekannte Maibeere. "Maibeeren sind so ähnlich wie Heidelbeeren, nur etwas länglich und sie werden früh reif," erklärt sie. Ebenfalls zum Naschen eignet sich der wilde Wein auf dem Anwesen. "Wir verarbeiten die fruchtig-sauren Trauben zwar nicht, aber zum Frischessen eignen sie sich sehr gut".

Stolz auf Obstbäume

Am Herzen liegt der Gartenexpertin ihr Obstgarten mit Baumbestand. Sie ist sehr zufrieden mit der Apfelsorte "Jakob Fischer", einer Veredlungssorte, die sie im Bayerischen Wald zu schätzen gelernt hat. Die früh reifenden Früchte sind sehr süßlich im Geschmack. "Ich und meine Familie essen zu vielen Gerichten Apfelmus. Das bin ich von meiner Heimatküche her so gewohnt. ,Jakob Fischer'-Äpfel eignen sich hervorragend zum Einkochen".

Neue Apfelsorten

Vor einigen Jahrzehnten wurden neue Sorten auf dem Anwesen gepflanzt. "Gravensteiner ist vom Geschmack her hervorragend, aber er ist zum Einlagern nicht geeignet," erklärt die Pflanzenexpertin. Auch für Allergiker hat die Gartenexpertin einen Tipp. Alte Sorten sind oftmals besser geeignet für Menschen, die auf Äpfel reagieren. "Überall wo in Supermarkt-Äpfeln die Sorte ,Golden Delicious' eingekreuzt ist, tritt verstärkt das Apfelallergen auf. Eigentlich sind die Kultursorten genetisch verarmt, weil sie auf einen allgemeinen Geschmack der Verbraucher gezüchtet werden," betont sie mit Bedauern.
Die frühe Maikirsche aus ihrem Obstbaumbestand empfiehlt Schumann zum Verarbeiten, weil die roten Früchte fast keinen Wurmbefall haben. "Die späten Knorpelkirschen leiden ja meist unter den Schädlingen," gibt sie zu Bedenken. Auch Obst, dessen Verwendung bei vielen Menschen eher unbekannt ist, baut die Gartenbauingenierin an. Die Apfel- und Birnen-Quitten macht Katrin Schumann mit Birnen im eigenen Saft ein.

Leckere Rezepte mit Kohl

Katrin Schumanns Familie liebt Kohlgemüse aus dem eigenen Garten. Die Schumanns mögen besonders Rosenkohl, Blumenkohl und Grünkohl. "In einem meiner Bücher habe ich ein Rezept für einen Weißkohlstrudel veröffentlicht, den wir gerne essen," erinnert sie sich.
In ihrem Garten finden sich aber auch verschiedene Pflücksalate, wie Eichblatt und Batavia sowie Forellenschluss und Romana, die auch für Singles gut geeignet sind, da man seine Portion gut dosieren kann. Setzlinge finden sich in Gärtnereien und Gartenmärkten. Neben Kohlgemüse und Salat verarbeitet Katrin Schumann auch gerne Bohnen. Zum Buschbohnenschnippeln hat die Gärtnerin sogar noch eine alte Schneidemaschine in Gebrauch, ein Familienerbstück. "Wir kochen die geschnittenen Bohnen als Salat ein," gibt sie einen Tipp weiter.
Natürlich dürfen im Bayerischen Wald auch die Kartoffeln nicht fehlen. Katrin Schumann setzt auf die festkochende Siglinde, die Quartar, die leicht an ihren roten Augen zu erkennen ist, und auf den Klassiker Linda. Die beiden letzteren Sorten sind etwas mehlig. Als Geheimtipp erwähnt Katrin Schumann noch die Selma, die kaum noch in unserer Gegend anzutreffen ist. Katrin Schumann lebt in und mit ihrem Garten, der in jeder Jahreszeit seine Reize hat. Sie veranstaltet Gruppenführungen und gibt gerne Tipps zu allerlei Fragen rund um die Natur und ihre mannigfaltigen Schätze.



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Datum: 17. Juni 2016 12:01
Autor: Doris Emmer
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