Das Gartenjahr

Wir haben mit Paul Lampert aus Geiselhöring über die Arbeit im Jahresverlauf gesprochen

Paul Lampert ist Gärtnermeister. (Foto: Doris Emmer)

Paul Lampert ist Gärtnermeister. (Foto: Doris Emmer)

Ein Garten macht viel Arbeit. Die Freunde überwiegt jedoch bei vielen Hobbygärtnern. Frisches Obst und Gemüse, reiche Ernte am Baum, herrliche Kräuter, die viele Gerichte verfeinern: Damit Gartenfreunde Spaß und großen Ertrag haben, gibt Fachmann Paul Lampert aus Geiselhöring die wichtigsten Tipps für die Arbeit im heimischen Garten im Jahresverlauf.

Der Gärtner hat eine gute Nachricht für alle, die auch, wenn sich im Garten noch nichts tut, ganzjährig Freunde an selbst Geerntetem haben wollen. "Laien können jederzeit ganz einfach auf der Fensterbank Kräuter ziehen. Frischer Rosmarin, Salbei, Petersilie und Thymian würzen dann auch im Winter und Frühjahr viele Speisen. Wichtig sei hier, keine Gartenerde zum Aufziehen zu verwenden, sondern hochwertige Kulturerde. "Hier sollte man auch nicht auf den Preis schauen," so Lampert.

Sobald es die Witterung zulässt sollte dann die Gartenarbeit beginnen. "Heuer war es extrem kalt. Wenn man seinen Bäumen im Garten einen Frühjahrsschnitt geben will, sollte man auf jeden Fall bis Ende Februar warten. Generell sei der Herbst jedoch die bessere Zeit um Bäume zu beschneiden. Der Schnitt im Frühjahr sollte dann vor dem Austrieb erfolgen," erklärt der Fachmann.

Lampert rät, dass man auf gar keinen Fall drauf los schneiden sollte. "Gartenbaubetriebe, Kreisfachberater und Obst- und Gartenbauvereine geben Kurse zum richtigen Baumschnitt. Da können sich Laien informieren", so der Berufsgärtner. "Wenn man den Schnitt mehrere Jahre vernachlässigt, bilden sich sogenannte Wassertriebe. Der Baum wird sehr buschig und die Früchte bleiben klein." Dies sollte der Hobbygärtner sich vor Augen führen, so Lampert.

Wenn die Bäume dann Knospen bilden, tut sich auch im Rest des Gartens schon viel. "Krokusse, Tulpen, Osterglocken und Hyazinthen sind ja Zwiebelpflanzen. Wer sie im Herbst setzt, kann im Frühjahr oft schon im Schnee die ersten Blüten entdecken."

Wenn die letzten Bodenfröste gegangen sind, kann richtig gestartet werden mit der Gartenarbeit. "Ich rate den Leuten immer noch, die Eisheiligen abzuwarten. Danach kann es aber losgehen." Die Erde müsse sorgfältig gelockert werden, das sorgt für eine gute Durchlüftung. Das Umgraben und Düngen sei notwendig, um möglichst viele, gesunde Früchte und Gemüse zu ernten.

Den Start machen die Erdbeeren. Im Frühsommer reifen meist schon die ersten Früchte. "Erdbeerpflanzen tragen ja mehrere Jahre," so Lampert. Bei Kauf der Pflanzen sollte man nach den Eigenschaften fragen. "Es gibt große und kleine, süße und weniger süße Erdbeeren." Je nach Verwendungszweck und gewünschtem Erntezeitpunkt biete der Fachhandel speziell gezüchtete Sorten.

Ein Sonderfall ist der Spargel in unserer Gegend. "Ein Hobbygärtner muss viel Arbeit in die Aufzucht von Spargel stecken. Der Anbau im Garten ist sehr aufwändig," gibt Lampert zu bedenken. Der Boden müsse extra mit Sand angereichert werden und der typische Erdwall sei notwendig für das Gedeihen des empfindlichen Gemüses.

Gut für die Setzlinge von Salat sowie Rettich, Karotten und anderem Gemüse sei es, wenn man die Pflänzchen schon im geschützten Gewächshaus heranreifen lässt. Aber auch ein Platz in der Wohnung kann für das Vorkeimen des Samens in Kästen genutzt werden. Die Pflanzen sind dann robuster, wenn sie nach draußen kommen. Je nach Sorte, kann dann den ganzen Sommer bis in den Herbst das frische Gemüse und selbst gezogener Salat auf den Tisch kommen.

Beerenfrüchte erfreuen sich als sogenannte "Superfruits" in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Kulturblaubeeren, Stachelbeeren und verschiedene Hybridsorten, wie zum Beispiel die Taybeere, eine Kreuzung aus Himbeere und Brombeere, können im Fachhandel, ähnlich wie Erdbeeren nach bestimmten Eigenschaften ausgesucht werden.

Wenn dann die Obst- und Gemüseernte im Oktober abgeschlossen ist, rät Lampert dazu, auf jeden Fall nochmals die Beete sorgfältig mit dem Spaten umzugraben. So kann der Frost tief in die gelockerte Erde eindringen und sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodens im nächsten Jahr.

Ab November wird es dann ruhig im heimischen Garten. Auf selbst geerntete Früchte und Gemüse muss aber nicht verzichtet werden. Wenn die Ernte reichlich war, lohnt es sich auf jeden Fall Kompott, Marmelade und Gurken, Zucchini, Tomatensoße und Relish einzukochen. Das hilft dann die kalte Jahreszeit zu überbrücken, bis es im nächsten Frühling wieder losgehen kann mit der Arbeit und Ernte im eigenen Garten.



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Datum: 26. Juni 2017 12:47
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